In  nächster Zeit  soll an dieser Stelle eine Zwischenbilanz der Krise  des Euroraums erfolgen. Auch wenn die Krise  derzeit nicht im Mittelpunkt der Schlagzeilen steht , so ist  sie doch im Hintergrund überaus präsent.  Die ökonomischen Folgen sind weiterhin spürbar. Die europäische Wirtschaftspolitik wird zudem nach wie  vor  von dieser Krise  geprägt.  Vor allem aber sind  die  politischen Verwerfungen unübersehbar. Schließlich dürfte  die  Entscheidung für  einen BREXIT durch die Krise  befördert  worden sein.  Das Aufkeimen nationalistischer Parteien und Bewegungen in vielen Ländern des Euroraums wäre ohne die  Krise nicht  denkbar.  All dies ist Anlaß genug zu fragen, wie es derzeit um den Euroraum steht, wie es weiter geht und was geschehen müsste, um den Euroraum  wieder in ruhigeres und stabileres Fahrwasser  zu bringen.

Die Krise des Euroraums ist weitgehend aus dem Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit entschwunden. Zwar flackern immer wieder beunruhigende Neuigkeiten aus einzelnen Ländern wie über die italienischen Banken auf. Doch wird diesen Nachrichten angesichts der verhältnismäßig guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland wenig Bedeutung zugemessen. Das findet auch seinen Niederschlag in entsprechenden Aussagen der Bundesregierung. Spätestens seit 2013 ist die Strategie der Bundesregierung, mittels der die Krise des Euroraums überwunden werden soll klar (BMF 2013). Ausgehend von Strukturreformen, zu denen eine nachhaltige Rückführung der Defizite in den öffentlichen Haushalten und die Senkung der Arbeitskosten gehören, soll Vertrauen sowohl auf den globalen Finanzmärkten als auch bei heimischen Investoren und Konsumenten erzeugt werden. Auf der Basis dieses Vertrauens und erhöhten Wettbewerbsfähigkeit sollen sich sowohl Exporte als auch die Binnennachfrage wieder erholen. Unter der Voraussetzung, dass strukturelle Reformen durchgeführt werden, erhalten Krisenländer Unterstützung bei der Bedienung und Refinanzierung ihrer öffentlichen Schulden durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Darüber hinaus gibt es einige wenige Programme wie den Juncker Plan, die öffentliche wie private Investitionen fördern sollen.

Dies alles vollzieht sich vor dem Hintergrund einer extrem expansiven Geldpolitik mit Leitzinsen von faktisch Null. Diese sollen über eine günstige Kreditvergabe, eine Abwertung es Euro und hohe Kurse an Wertpapiermärkten die private Investitionstätigkeit stimulieren. Auf diese Weise soll auch über die gesamtwirtschaftliche Nachfrageseite ein Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung geleistet werden. Mit diesem Konzept wähnt die Bundesregierung den Euroraum insgesamt auf einem guten Weg. Insbesondere die Rückkehr Spaniens, Portugals und Irlands an den Kapitalmarkt wird ausdrücklich als Erfolg gewürdigt (BMWI 2016., S. 55). Der Zugang auf den Kapitalmarkt wird somit als gelungener Aufbau von Vertrauen gesehen.

In den verschiedenen Beiträgen  soll eine kurze Zwischenbilanz über den Stand der Krise gezogen werden. Ist sie überwunden oder dauert sie an? Erscheint der bisherige Weg richtig oder gibt es Anzeichen für Korrekturbedarf?

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