Wohl kaum ein anderes Phänonomen hat seit 2008 die wirtschaftliche Entwicklung mehr geprägt als Unsicherheit. Ökonomische Unsicherheit resultiert aus einer fundamentalen Unkenntnis künftiger wirtschaftlicher Entwicklungen. Mit ihr ist die Angst verbunden, große wirtschaftliche Schäden zu erleiden.  

Fundamentale Unkenntnis meint, dass die Akteure nicht einmal die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Unsicherheit  stiftenden Ereignisse  kennen. Sie haben also keine Vorstellung davon, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich die Lage alsbald verbessert oder verschlimmert.          

In einer solchen Situation folgen sie einfachen und intuitiven Regeln, ohne  Rücksicht darauf, ob  hierdurch die Lage besser oder gar schlimmer wird.  Herdentrieb ist eine dieser Regeln. Weil man selbst  nichts weiss, glaubt man andere wüssten es besser und  folgt ihnen.  Das  ist  besonders dann der Fall, wenn andere gleichzeitig  behaupten, sie wüssten es besser, selbst wenn dem tatsächlich nicht so ist, weil niemand in einem solchen Fall eine sichere Vorstellung haben kann.   

Derartige Unsicherheit  ist der Grund, warum in Krisenzeiten jeder sein Geld  möglichst sicher anlegen will. Im Zweifel  will man es sogar völlig liquide, also jederzeit verfügbar, halten.  

Das hat  gravierende ökonomische Konsequenzen. Wenn Investoren ihr Geld liquide halten wollen, investieren sie  nicht. Wenn Konsumenten ihre Geld liquide halten wollen, konsumieren sie nicht. Und vor allem,  wenn Banken und andere Finanzmarktakteure ihr Geld liquide halten wollen, verleihen sie es nicht. 

All dies  zusammen führt zum Zusmamenbruch der wirtschaftlichen Aktivität wie  dies zuletzt  in der Finanzmarktkrise  2007 /2008 und zuvor  in der Großen Depression geschah.  Fundamentale Unsicherheit ist somit eine große Gefahr ncht  nur  für  jede einzelne Volkswirtschaft, sondern  für  die Weltwirtschaft  insgesamt.